Alles Wissenswerte zu den Espressobohnen

espressobohnen für den perfekten Espresso GeschmackEspresso ist nicht einfach nur ein starker Kaffee oder Mokka. Der aromatische und wohltuende Geschmack hängt stark von den verwendeten Espressobohnen ab. Auf die Espressobohnen und der richtigen Herstellung des Espresso ist ebenso die Entstehung der Crema, dem feinen Kaffeeschaum auf dem Getränk, zurückzuführen.

Kaffeebohnen sind die Kerne kirschenähnlicher kleiner roter Früchte der Kaffeesträucher. In den Kernen, beziehungsweise Samen für die Kaffeepflanzen, sind ungefähr 0,8 bis 2,5 Prozent Koffein enthalten. Über 100 verschiedenen Kaffeearten resultieren aus verschiedenen Herstellungsarten und Mischungen der beiden Kaffeesorten Arabica und Robusta. Weitere Kaffeesorten sind beispielsweise die Sorten Liberica und Maragogype sowie die teure und aufgrund ihrer Herstellung umstrittene Kopi Luwak. (Der Kopi Luwak – Kaffee gilt als Spezialität und wird aus verdauten Kaffeebohnen der Schleichkatze hergestellt.)

Die Kaffeebohnen für Espresso werden bis zu 20 Minuten und länger geröstet. Dadurch entsteht der starke Kaffeegeschmack bei weniger Koffeingehalt als den Kaffeebohnen für Filterkaffee. Durch die schonende und verlängerte Röstung verringert sich der Koffeingehalt in den Bohnen. Für den Espresso werden hauptsächlich die beiden Kaffeesorten Arabica und Robusta in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen verwendet.

Die Arabica Kaffeebohne

Der Arabica Kaffee wächst vorwiegend im Hochland in Höhen über 1000 Meter von Ländern wie beispielsweise Kenia, Kolumbien und Brasilien.Hauptsächlich wird der Arabica Kaffee mit bis zu 60 bis 70 Prozent des gesamten Welthandels in fast alle Länder der Erde verkauft. Ungeröstet ist die Kaffeebohne an ihrer blau-grünen Färbung zu erkennen. Sie besitzt eine leicht geschwungene Naht, eine kleine Einkerbung längsseits der Bohne. Sie ist ungefähr 9 mm groß. Die Arabica Kaffeebohne wird auch „Java Bohne“ genannt. Weitere Eigenschaften der Arabica Kaffeebohne in Stichpunkten:

  • bekannteste und beliebteste Kaffeesorte auch für Filterkaffee und andere Kaffeearten
  • enthält höheren Säureanteil als beispielsweise die Robusta Kaffeesorte und andere Sorten
  • weniger Bitterstoffe als in anderen Kaffeesorten
  • feiner und als fruchtig beschriebener Geschmack
  • helle Crema
  • kann länger geröstet werden als einige andere Sorten, das Rösten reduziert den Säuregehalt
  • wird gern mit anderen Kaffeesorten gemischt, beispielsweise zwei Drittel Arabica – ein Drittel Robusta
  • Kaffee oder Espresso aus 100 Prozent Arabica ist eher selten anzutreffen
    oftmals teurer als andere Kaffeesorten

Die Robusta Kaffeebohne

Die Kaffeebohne der Robusta Kaffeesorte ist kleiner als die Arabica Bohne. Sie hat eine rundliche Form und eine geradlinige Naht. Die Färbung der ungerösteten Bohne ist gelblich-grün bis bräunlich. Die Kaffeepflanze der Robusta Bohne wächst in Höhenlagen ab 600 Meter und gilt als robuster, widerstandsfähiger und schnell wachsender als die der Arabica Bohnen. Die Anbauländer sind hauptsächlich in Westafrika und in Südostasien, wie beispielsweise Vietnam, zu finden. Der weltweite Marktanteil der Robusta Kaffeebohne beträgt ungefähr 30 Prozent. Weitere Merkmale der Robusta Kaffeebohne in Stichpunkten:

  • vollmundiger, runder und leicht erdiger Geschmack
  • kann etwas länger geröstet werden als andere Kaffeesorten
  • durch die mögliche längere Röstung kann der Koffeingehalt stärker reduziert werden
  • oftmals eine leicht bittere Geschmacksrichtung als bei anderen Sorten, verleiht dem Kaffee „Fundament“ im Geschmack
  • bildet eine dunklere, bräunliche Crema aus

Die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen von Espressobohnen

Die verschiedenen Kaffeesorten können bis zu 800 Aromakomponenten aufweisen. Hochwertiger und schonend hergestellter Kaffee kann viele verschiedene Geschmacksrichtungen annehmen. Die geschmackliche Bandbreite kann von fruchtig bis leicht nach Nüssen, wie beispielsweise Erdnüssen bis hin zu zartbitterer Schokolade reichen.

Der Geschmack und das Aroma der Kaffeebohnen können von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst werden, wie beispielsweise die Anbaubedingungen, die Zeit der Reife und die Art der Ernte sowie die Verarbeitung und vieles andere mehr. Die klimatischen Bedingungen haben eine große Bedeutung. Dadurch können sich einzelne Ernten in den verschiedenen Jahren auch im Geschmack voneinander unterscheiden.

Durch eine individuelle Mischung der Espressobohnen der verschiedenen Kaffeesorten, dem verwendeten Wasser und der richtigen Zubereitung des Espressos, können Sie großen Einfluss auf das geschmackliche Ergebnis nehmen. Hierzu gehört es, ein wenig mit verschiedenen Kaffee- und Wassersorten zu „experimentieren“, bis Sie Ihren optimalen Espressogeschmack gefunden haben. Auch Verfeinerungen, wie zum Beispiel die Zugabe von aufgeschäumter Milch, der verwendete Zucker oder das Bestreuen mit Kakaopulver und Weiteres, können sehr aromatische und faszinierende Geschmackserlebnisse hervorrufen.

Die Zubereitung des Espressopulvers

Für eine kleine Tasse Espresso von ungefähr 25 bis 30 ml Kaffeegetränk wird die Menge von ungefähr 7 Gramm Kaffee empfohlen. Für besonders kräftigen Espresso können aber auch bis zu 16 Gramm Kaffee verwendet werden. Eine einzelne Kaffeebohne wiegt weniger als 1 Gramm, ungefähr zwischen 0,5 bis 0,8 Gramm je nach Größe der Bohne. Für 7 Gramm Espressopulver können dann ungefähr 9 bis 16 Kaffeebohnen verschieden große Kaffeebohnen gerechnet werden.

Die Kaffeeindustrie gibt nach der Euronorm für eine 500-Gramm-Packung Kaffee den Inhalt von ungefähr 750 bis 765 Kaffeebohnen an. Besonders wichtig für die Zubereitung des Espressopulvers ist der eingestellte Mahlgrad an der elektrischen Kaffeemühle. Je feiner der Mahlgrad gewählt wird, desto stärker können die Aromen des Kaffees aus den Bohnen heraus gelöst werden.

Ebenso gilt die Faustregel, je kürzer der Wasserdurchlauf ist, desto feiner sollte der Mahlgrad gewählt werden. Da der Durchlauf des Wassers durch den Wasserdruck sehr gering ist, muss das Espressopulver sehr fein gemahlen werden, allerdings nicht so fein, dass die Poren des Einfüllsiebs bei einem Espressokocher verstopfen. Wichtig ist auch, dass das Mahlgut eine sehr gleichmäßige Körnung aufweist.

Wie sollte Kaffee gelagert werden?

Durch Luft, Wärme und Licht verliert Kaffee schnell an Aroma und Geschmack. Espressokaffee sollten Sie immer in Bohnenform einkaufen. Fertig gemahlenes Espressopulver verliert nach dem Öffnen der Packung sehr schnell das vollmundige Aroma, das gerade beim Espresso gewünscht ist. Die Aufbewahrung im Kühlschrank oder sogar Gefrierfach von Kaffee ist nicht empfehlenswert, da auch hierbei Aroma verloren gehen kann.

Der beste Aufbewahrungsort sollte trocken, dunkel und Zimmertemperatur aufweisen, wie beispielsweise in einer schönen Kaffeedose im Küchenschrank. Die Kaffeebohnen sollten dabei aber trotzdem in der wieder gut verschlossenen Verpackung verbleiben. Diese Verpackung sollte nur kurz für die jeweilige Entnahme der Kaffeebohnen für die Zubereitung geöffnet werden.

Die Preise für hochwertigen Kaffee

Die Preise für Kaffee können nach Hersteller und Anbieter stark variieren. Im Durchschnitt liegen die Preise für 1 Kilogramm Kaffeemischung aus Arabica und Robusta Kaffee – oftmals im Verhältnis 70 : 30 oder 60 : 40 – zwischen 8 bis 18 Euro. Sehr hochwertige Kaffeesorten können aber auch weit über 20 Euro für ein Kilogramm kosten.

Kaffee aus biologischem Anbau und umweltschonender Verarbeitung sowie Fair-Trade-Marken sind in den häufigsten Fällen auch etwas kostspieliger als beispielsweise Kaffee aus dem Discounter. Dabei gilt aber, dass nicht unbedingt das teuerste Produkt auch das am besten schmeckende ist. Auch hier gilt, dass Sie verschiedene Sorten probieren sollten, um den für sich optimalen Espressogeschmack zu finden.

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